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Energiekonzept - 1.2 Dämmung der Außenwände

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Unser Haus ist Baujahr 1905 und hat Wände in 60cm Stärke aus Bruchstein-Mauerwerk.

Wenn man sich so umhört heißt es überall, teils auch von Fachfirmen:  so dicke Wände braucht man nicht dämmen, wenn die erstmal durchgeheizt sind dann isolieren die prima und zudem halten sie im Sommer das Haus schön kühl.

Nunja - nein. Das ist ein Hokuspokus-Gerücht, dass sich hartnäckig hält und jeder Logik entbehrt. Das kann man auch ganz schnell entkräften, indem man einfach mal nachmisst und vergleicht. Hierzu ein sehr lehrreiches und vor allem anschauliches Video von einer Energieberater Fachfirma:

Kurzfazit:  die Wandstärke hat erstmal nichts mit der Dämmwirkung zu tun sondern auf das verwendete Material kommt es an, und in der Regel sind dicke Wände deswegen so dick, weil das Gestein nicht sehr tragfähig ist - und dieses wiederum lässt in der Regel Wärme sehr gut durch und isoliert somit überhaupt nicht.

 

Also war für uns klar:  Wanddämmung ist auf jeden Fall Pflicht, damit wir unseren Altbau auch mit vertretbaren Kosten beheizen können.

Bei der Wanddämmung haben wir uns gegen eine Fassadendämmung von Außen entschieden und werden alle Außenwände von Innen dämmen, aus mehreren Gründen:

  • eine Außenfassadendämmung kann man nicht so ohne weiteres in Eigenleistung machen, man benötigt ein Gerüst und muss anschließend die Fassade neu verputzen lassen.
  • so wie wir die Innendämmung vornehmen können wir im selben Arbeitsschritt sämtliche Leitungen (Strom, Wasser, Heizung, Abwasser, Lüftung, Netzwerk) erneuern ohne 1.000 Schlitze ins Mauerwerk zu fräsen.

Doch halt, Moment.

Innendämmung der Außenwände:  geht das überhaupt gut? Was ist mit Feuchtigkeit und Schimmel?

Ja, hier gibt es Fallstricke, die es zu vermeiden gilt, aber dennoch ist Innenwanddämmung nicht nur möglich sondern war bis in die 60er Jahre hinein auch allerorts üblich, da die Fassadendämmung von Außen erst später aufkam.

Siehe auch hierzu ein sehr interessantes Video vom "Energiesparkommissar"

 

 

Schematisch sieht der Aufbau der Innendämmung dann bei uns so aus:

holzstaend schema

von hinten nach vorne:

  • ganz hinten die Hauswand
  • senkrechte Holzbalken in 60x40mm (in den Raumecken 60x60mm) im Abstand von 67,5cm zueinander, vom Boden bis zur Decke, dazwischen kommt eine 120mm starke Mineralwolle sowie alle Leitungen die zu verlegen sind
  • OSB Platten in 15mm Stärke
  • darauf eine Dampfsperrfolie als PE200 in 200µ Stärke wobei alle Übergänge mit speziellem Dampfbremsenklebeband luftdicht verklebt werden
  • Rigipsplatten / Gipskartonplatten in 9mm Stärke
  • Putz / Farbe / Oberfläche, die man dann schlussendlich auch sehen wird.

 

so sieht das dann "in Echt" aus, hier an der Zwischenwand Küche zu Schlafzimmer

 

orig. Küchenwand ungedämmt

Wand ungedämmt

Unterkonstruktion aus Holzbalken, Fichte,

60x40mm bzw. 60x60mm

Wand Dämmung Unterkonstruktion Holzständer

Mineralwolldämmung in 120mm Stärke und WLG 032

Bild von

OSB-Platten in 15mm Stärke,

befestigt mit Schnellbauschrauben in 3,9x45mm

Innenraumdämmung OSB Beplankung Verkleidung

 

Gipskartonplatten in 9mm Stärke.

Achtung:  bei Außenwänden unbedingt Dampfsperrfolie

zwischen OSB und Gipskarton verbauen s. oben

Gipskarton Rigips

 

vergipst und verputzt

 

verputzt Rollputz, vergipst Gips

 

 

Der gesamte Aufbau hat dann schlussendlich 15cm Stärke, d.h. die Räume werden je 15cm an Länge und Breite verlieren. Und genau aus dem Grund haben wir uns auch für die beste, derzeit am Markt verfügbare Mineralwolle entschieden. Noch vor 10 Jahren wurde das "Nonplusultra Niedrigenergiesparhaus" in Steinberg mit 0,45er Mineralwolle gedämmt und war damit State of the art.

Mittlerweile bekommt man zwar noch 0,40er Material, aber gängiger Standard ist derzeit (Stand 2017) 0,35er Mineralwolle. Der beste verfügbare Wärmewert ist WLG 0,32. Hätten wir die 0,35er Mineralwolle genommen hätten wir für den gleichen Effekt anstatt 120mm Dämmstärke mindestens 180mm nehmen müssen und somit nochmal 6cm Wohnraum rundherum in jedem Raum verloren, deswegen das teurere 0,32er um so wenig Raum wie möglich zu verlieren.

Wir haben uns für ZKF 1-032 - Zwischensparrendämmung von Isover entschieden da es ansonsten nur noch als Alternative die Dämmstoffe von Ursa gab.

iso032

 

Tipp:  Wärmedämmung im Internet beim Großhändler bestellen

Mittlerweile gibt es auch andere Anbieter / Großhändler im Internet, die Mineralwolldämmung in WLG 032 anbieten zu teils deutlich günstigeren Preisen als im Baumarkt / beim Baustoffhändler vor Ort s. z.B. auch hier: